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Alto Pappert, Joo Kraus, Ingo Bischof? Was sie alle gemeinsam haben? Sie
waren jeweils der vierte Mann der Ulmer Jazz-Rocker Kraan. Damit ist jetzt
erst mal Schluss, denn Kraan sind zum Trio geschrumpft, auf jene drei Musiker,
die schon immer den Kern der Band bildeten - eigentlich schon lange vor Kraan.
"Jan und ich kennen uns, seit wir neun sind, da saßen wir schon
zusammen in einer Klasse", erzählt Hellmut Hattler. Nur zur Orientierung:
Das war 1961. Und mit Jan Fride Wolbrandt und seinem Bruder Peter machte Hattler
nicht nur schon als Schüler Musik, die Wolbrandts waren auch Familienersatz
für Hellmut Hattler, der schon mit 13 Jahren Vollwaise war. "Die
haben mich richtig adoptiert, wir steckten ständig zusammen, die Wolbrandts
nahmen mich sogar mit in den Urlaub", erzählt Hattler. Und aus der
Clique wurde eine Band mit wechselnden vierten Männern. Einer, der ganz
am Anfang mal mit seiner Flöte dabei war, ist den Ulmern als Schauspieler
ein Begriff: Karsten Gaul, der in Ulm aufwuchs und zu Beginn dieser Spielzeit
vom Berliner Ensemble ans Theater Ulm wechselte.
Tja, und irgendwann wurde daraus Kraan. Jene Band, die ihr Songmaterial in
stundenlangen Sessions auf dem Weidegut Wintrup im Teutoburger Wald entwickelte,
das derart weit von den nächsten Häusern entfernt lag, dass die
Band nächtelang durchspielen konnte - was sie auch meist tat. "Gefrühstückt
wird erst nachmittags", hieß es denn auch am 30. März 1974
im Untertitel einer ganzseitigen Reportage der "Rheinischen Post"
über die Musikerkommune. Ein Verfahren, das blindes musikalisches Verständnis
voraussetzt. Und das ist bei den Wolbrandts und Hattler einfach der Fall -
und nicht eben einfach für die jeweils vierten Männer der Band,
wie Hattler auf der Homepage der Band vermerkt, wo er die Trennung von Ingo
Bischof thematisiert.
Was dort nicht zu lesen ist: Bischof hat das Ganze mitangestoßen. Denn
im Herbst erschien er einfach nicht zu einem Auftritt. Das verbleibende Trio
musste auf die Schnelle alles umarrangieren und war mit dem Ergebnis so zufrieden,
dass man damals schon mit dem Gedanken an ein Trio spielte. Und dann waren
sie nur noch drei.